Zum 1. Januar 2027 tritt die Einkommensteuerreform in Kraft – und für die meisten Arbeitnehmer bedeutet das: etwas mehr Netto. Aber wie viel genau? Hier findest du die konkreten Zahlen und erfährst, warum der Zuwachs kleiner ausfällt, als die Schlagzeilen vermuten lassen.
Was sich 2027 bei der Steuer ändert
- Grundfreibetrag steigt von 12.348 € auf 12.624 € – der steuerfreie Teil deines Einkommens wird größer.
- Flacherer Tarif: Die mittlere Progressionszone wird abgeflacht, der Steuersatz steigt langsamer an.
- Spitzensteuersatz später: Die 42 % greifen erst ab 70.600 € statt 69.878 € zu versteuerndem Einkommen.
- Höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1.430 € statt 1.230 € – pauschal abgezogen, ganz ohne Belege.
- Mehr Kindergeld: 265 € statt 259 € je Kind und Monat.
So viel mehr Netto bleibt dir 2027
Ein paar Beispiele für Ledige ohne Kinder (Steuerklasse I, gesetzlich versichert, 2,9 % KV-Zusatzbeitrag):
| Monatsbrutto | Netto 2026 | Netto 2027 | Mehr/Monat |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | 2.053,17 € | 2.060,25 € | +7,08 € |
| 4.000 € | 2.604,00 € | 2.611,58 € | +7,58 € |
| 5.000 € | 3.128,25 € | 3.136,92 € | +8,67 € |
Unterm Strich also rund 7 bis 9 € mehr pro Monat – bei höheren Einkommen etwas mehr.
Warum ist es nicht mehr?
Die Steuersenkung ist real, wird aber teilweise von steigenden Sozialabgaben aufgezehrt. Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen 2027, sodass auf einen größeren Teil des Bruttos Beiträge fällig werden. Genau dieses Zusammenspiel macht den Netto-Zuwachs kleiner, als die reine Steuerreform vermuten lässt.
Und 2028?
2028 entfaltet die Reform ihre volle steuerliche Wirkung (Grundfreibetrag 12.900 €). Gleichzeitig steigt aber voraussichtlich der Rentenbeitrag auf 20,4 %. Für viele bedeutet das: Das Netto liegt 2028 sogar wieder unter dem von 2026. Die genaue Richtung hängt stark von deinem Einkommen ab.
Hinweis: Die Werte für 2027/2028 beruhen auf dem Reformpaket bzw. auf Projektionen. Es handelt sich um Näherungswerte und keine Steuerberatung.