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Kirchensteuer 2026: 8 oder 9 % – was sie kostet und was ein Austritt bringt

Kirchensteuer zahlt in Deutschland nur, wer Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist – aber wer zahlt, den kostet sie jeden Monat spürbar Netto. Wie viel genau, hängt vom Bundesland und vom Einkommen ab. Dieser Artikel zeigt die Sätze, rechnet konkrete Beträge vor und erklärt, was ein Kirchenaustritt finanziell bringt (und was nicht).

Wie hoch ist die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer bemisst sich nicht am Brutto, sondern an deiner Lohn-/Einkommensteuer. Der Satz beträgt:

  • 8 % der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg,
  • 9 % in allen übrigen Bundesländern.

Weil die Kirchensteuer an die Steuer gekoppelt ist, steigt sie mit dem Einkommen – und sie ist 0 €, wenn wegen niedrigem Einkommen gar keine Lohnsteuer anfällt.

Was kostet sie konkret?

Beispiel: Steuerklasse I, keine Kinder, Werte 2026. So viel Kirchensteuer fällt monatlich an:

Brutto/MonatKirchensteuer 9 %Kirchensteuer 8 %
3.000 €26,45 €≈ 23,50 €
4.000 €47,29 €42,03 €
5.000 €70,51 €≈ 62,70 €

Bei 4.000 € brutto sinkt das Netto durch die Kirchensteuer von 2.604,58 € auf 2.557,29 € (9 %) bzw. 2.562,55 € (8 %). Über das Jahr sind das rund 567 € in NRW – der Gegenwert eines guten Monatsbeitrags für viele andere Dinge.

Der versteckte Rabatt: Sonderausgabenabzug

Ein wichtiges Detail: Gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe absetzbar. Ein Teil der Kirchensteuer kommt also über die Einkommensteuererklärung wieder zurück – je nach persönlichem Steuersatz. Die effektive Belastung liegt damit etwas unter den Tabellenwerten. Der laufende Lohnsteuerabzug berücksichtigt das noch nicht; es wirkt erst im Jahresausgleich.

Was bringt ein Kirchenaustritt?

Wer austritt, spart die volle Kirchensteuer – im Beispiel also rund 47 € im Monat bzw. 567 € im Jahr bei 4.000 € brutto. Zu bedenken ist aber:

  • Der Austritt erfolgt beim Standesamt oder Amtsgericht und kostet je nach Bundesland eine kleine Gebühr.
  • Er wirkt ab dem Folgemonat (in manchen Ländern mit kurzer Übergangsfrist).
  • Mit dem Austritt entfällt auch der Sonderausgabenabzug – der Netto-Vorteil ist also etwas kleiner als die volle Kirchensteuer.
  • Nicht-steuerliche Folgen (kirchliche Amtshandlungen, Arbeitgeber im kirchlichen Bereich) sind eine persönliche Entscheidung, keine reine Rechenfrage.

Fazit

Die Kirchensteuer ist mit 8 bzw. 9 % der Lohnsteuer ein realer Netto-Faktor: bei mittleren Einkommen schnell 30–70 € im Monat. Ob sich das für dich lohnt, ist eine persönliche Abwägung – die reine Zahl liefert unser Rechner. Aktiviere dort einfach die Kirchensteuer und wähle dein Bundesland, um den Effekt auf dein Netto sofort zu sehen.

→ Berechne mit dem Nettorechner deinen Kirchensteuer-Effekt – mit und ohne, je Bundesland.

Alle Beträge sind Näherungswerte zur Einordnung und stellen keine Steuerberatung dar. Der Sonderausgabenabzug wird im laufenden Lohnsteuerabzug nicht abgebildet.

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