Zum 1. Januar 2027 tritt eine Steuer- und Sozialreform in Kraft, die ab 2028 ihre volle Wirkung entfaltet. Sie entlastet vor allem kleine und mittlere Einkommen – gleichzeitig steigen aber die Sozialabgaben. Hier die wichtigsten Änderungen fürs Netto im Überblick.
Was bei der Einkommensteuer passiert
- Höherer Grundfreibetrag: Der steuerfreie Grundfreibetrag steigt von 12.348 € (2026) über 12.624 € (2027) auf 12.900 € (2028).
- Flacherer Tarif: Die mittlere Progressionszone wird abgeflacht – der Steuersatz steigt langsamer an.
- Spitzensteuersatz später: Die 42 % greifen erst ab 70.600 € zu versteuerndem Einkommen (statt bisher 69.878 €).
- Höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag: von 1.230 € auf 1.430 € ab 2027.
- Reichensteuer neu gestaffelt: Sehr hohe Einkommen werden ab 2027 stärker belastet (45 % ab 250.000 €, 47 % ab 280.000 €).
Mehr für Familien
Das Kindergeld steigt schrittweise von 259 € auf 265 € (2027) und 272 € (2028) je Kind und Monat. Auch der Kinderfreibetrag wächst mit; das Finanzamt wendet automatisch die für dich günstigere Variante an (Günstigerprüfung).
Der Haken: steigende Sozialabgaben
Die steuerliche Entlastung wird für viele durch höhere Sozialbeiträge teilweise wieder aufgezehrt:
- Die Beitragsbemessungsgrenzen in Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung steigen – wer mehr verdient, zahlt auf einen größeren Teil seines Bruttos Beiträge.
- Der Rentenbeitrag steigt 2028 voraussichtlich auf 20,4 % (Projektion).
- Der Pflege-Kinderlosenzuschlag steigt ab 2027 leicht an.
Fazit
Unterm Strich profitieren kleine und mittlere Einkommen – besonders Familien – netto von der Reform. Bei höheren Einkommen und spätestens ab 2028 können die steigenden Sozialabgaben den Steuervorteil aber schmälern oder sogar übersteigen.
Wie viel bleibt dir konkret? Rechne es mit dem Brutto-Netto-Rechner für 2026, 2027 und 2028 aus – inklusive Steuerklasse, Kirchensteuer und Kindern, mit direktem Jahresvergleich.